Quartiers-Parkierungsanlagen

von | Mai 17, 2020 | Stadtentwicklung

ÖPNV-Trassen, Radverkehrsanlagen, Bäume, Grün, Aufenthalts- und Verweilzonen, etc. erfordern alle zusätzliche Flächen im Straßenraum, die in der historisch gewachsenen Stadt meist nicht oder in nur beschränktem Maße zur Verfügung und fast immer in Konkurrenz zu Parkflächen für den motorisierten Verkehr stehen. Da nicht zu erwarten ist, dass in absehbarer Zeit signifikant große Anteile der privaten motorisierten Mobilität durch zu Fuß gehen, Fahrrad fahren oder die Bus- bzw. Tramnutzung kompensiert werden können, werden Konzepte zu Umsetzung des Umweltverbundes nur greifen und politisch – insbesondere im Bürgerdialog vor Ort – durchsetzbar sein, wenn akzeptable Alternativen geschaffen werden: Die verdrängten Autofahrer müssen in angemessener Gehwegentfernung von ihrem Wohnort ausreichend groß dimensionierte Quartiers-Parkierungsanlagen (Parkplätze, -häuser, -paletten, -Tiefgaragen – selbstverständlich mit der gesamten E-Lade-Infrastruktur) finden, um umfassende Umgestaltungen vor ihrer Haustür – im oben beschriebenen Sinne – im Bürgerdialog mittragen zu können.
Dazu muss zunächst eine umfassende Analyse durchgeführt werden, wie viele Stellplätze in den einzelnen Straßen, Stadtvierteln, Wohnquartieren voraussichtlich durch die Anlage von Tramgleisen, Busspuren, Radverkehrsanlagen, ökologische und stadtgestalterische Aufwertungen, etc. entfallen, der Bedarf und mögliche Standorte für Quartiers-Parkierungsanlagen müssen ermittelt werden, sodann müssen die bauleitplanerischen, liegenschaftlichen und finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden.
All dies sollte nach Möglichkeit flankierend zu den Maßnahmen des Umweltverbundes und der städtebaulichen Aufwertung, besser natürlich noch vorauseilend erfolgen.

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