Alternde Gesellschaft – Senior*innen als wichtige Gruppe ins Parteiprogramm aufnehmen

von | Mai 23, 2020 | Kinder, Jugend, Soziales

Die Lebensqualität, die eine Gemeinde ihren Bewohnerinnen und Bewohnern bietet, wird fast ausschließlich durch die Kommunalpolitik festgeschrieben. In einer alternden Gesellschaft wie in Aachen, in der Menschen 60+ die größte Wählergruppe darstellen, müssen sich zwingend Seniorinnen und Senioren in einem Wahlprogramm wieder finden. Die Bedürfnissen von Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter unterscheiden sich extrem von dem, was in den vorangegangenen Lebensphasen notwendig oder erstrebenswert war.

In den kommunalpolitischen Parteiprogrammen der Aachener SPD wurden Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter bisher nicht getrennt betrachtet. Das muss sich im neuen kommunalpolitischen Programm der SPD unbedingt ändern. Ältere Menschen brauchen ein eigenes Kapitel, das dem biologischen Alter folgend in mindestens vier Unterkapitel eingeteilt sein muss. Eine einheitliche Betrachtung von Menschen über 65 Jahre wird dem stetig fortschreitenden Alterungsprozess nicht gerecht, da mit steigendem biologischen Alter völlig andere Bedürfnisse und ein sich ständig ändernden Betreuungsbedarf entsteht. Für eine solche an den unterschiedlichen Lebensphasen orientierte Betrachtungsweise der einzelnen Altersgruppen ist nicht das kalendarischen Alter eines Menschen maßgeblich, wohl aber sein geriatrisches Erscheinungsbild!

Die vier wichtigsten Altersgruppen des fortschreitenden Lebensalters sind mit der deutschen Sprache nur sehr schwer diskriminierungsfrei zu benennen. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass die notwendige altersadaptierte Betrachtungsweise in einem Parteiprogramm ausgelassen werden kann. Eine altersgerechte differenzierte Benennung könnte wie folgt aussehen:

* Die jungen Alten (circa 60+) werden soziologisch als GoGo‘ s bezeichnet,
* Die mittleren Alten (circa 70+ ) werden soziologisch als SlowGo‘ s bezeichnet
* Die Hochalten (circa 80+) werden soziologisch als NoGo‘ s bezeichnet
* Die Hochbetagten und Pflegebedürftigen können in der Regel zusammen betrachtet werden.

Eine differenzierte Ausarbeitung des kommunalpolitischen Handlungsbedarfs für diese vier dem biologischen Alterungsfortschritt angepassten Gruppen halte ich in einem Programm, das die kommunalpolitischen Handlungsoptionen für die nächsten vier Jahre festschreibt, für unverzichtbar! Fach-Expertise dazu ist in den einschlägigen Veröffentlichungen ausreichend vorhanden.

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